
Zentral im von Adolf Kowallek zwischen 1881 und 1886 geplanten Park befindet sich der etwas tiefer gelegene Theodor-Heuss-Weiher, der von Weidenbäumen und Akazien umgeben ist. Er ist ein Ruhepol im hektischen Großstadttreiben am stark frequentierten Ebertplatz und wird heute wie damals zum Sonnenbaden, Picknicken und Spielen genutzt.
Wir starten unseren Spaziergang in Richtung Osten, folgen dem Weg durch den Park zur Clever Straße und erreichen schon nach wenigen Metern den Toto-Brunnen.
Der 1958 von der Westdeutschen Fußball-Toto GmbH gestiftete Brunnen präsentiert sich als nierenförmiges, flaches Becken mit Mosaikfischen. Die Gestaltung ist typisch für die Dekorationslust der 1950er Jahre. Das 1961 fertiggestellte Verwaltungsgebäude der Toto-Gesellschaft auf der anderen Straßenseite des Theodor-Heuss-Rings steht heute unter Denkmalschutz.
„Das flache, etwa 80 Quadratmeter große Brunnenbecken im Nierentisch-Stil ist aus Grauwackesteinen erbaut worden. In ihm befinden sich vier leicht gewölbte große Tropfen aus roten, schwarzen und weißen Fliesen. An der breiteren Seite der Tropfen war jeweils eine Wasserdüse angebracht, die mittelhoch sprudelte. Manche sehen die Tropfen als im Wasser schwimmende Fische, andere als Yin-Yang-Symbole, wieder andere als eine Glücksspirale.“ (Zitat: RVDL-Arbeitskreis „Denkmal des Monats“).
Die Anlage wurde zwischen 2012 und 2022 vom Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (RVDL) saniert. Aus Kostengründen wurde auf eine neue Wasseranlage verzichtet, sodass der Brunnen, der bereits in den 1990er Jahren stillgelegt wurde, auch heute trocken bleibt.
Wenn wir dem Weg weiter folgen und die Clever Straße überqueren, erreichen wir den Zugang zum Kronleuchtersaal.
Unter einem unscheinbaren Stahldeckel verbirgt sich der Zugang zum Kronleuchtersaal. Wenn man die Stufen der steinernen Treppe hinabgeht, befindet man sich sieben Meter unter der Erde in einem historischen Denkmal, das bis heute noch ein funktionierender Bestandteil des Kölner Abwassersystems ist.
Als das Bauwerk 1890 fertiggestellt wurde, sollte es mit einem großen Fest eingeweiht werden, zu dem auch Kaiser Wilhelm II. eingeladen war. Zur Beleuchtung und als Ausdruck der Festlichkeit, wurden zwei Kronleuchter und diverse Wandleuchter montiert, die dem Raum seinen Namen gaben. Zwei Weltkriege und teils unruhige Zeiten konnten dem Kronleuchtersaal nichts anhaben. Mit seinem glasierten Ziegelmauerwerk stellt er heute ein bedeutendes und vollständig erhaltenes Zeugnis einer großen Ingenieursplanung des 19. Jahrhunderts dar – in technisch ausgereifter und baulich eleganter Form.
Die StEB Köln bieten regelmäßig kostenlose Führungen an, bei denen die Funktionsweise des Kanalsystems sowie die historische Bedeutung des Kronleuchtersaals erläutert werden.
Wir gehen weiter Richtung Rhein und legen einen Halt am östlichsten Punkt des Parks ein. An dieser Stelle befand sich einst das Kaiser-Friedrich-Denkmal.
An sehr trockenen Sommertagen kann man hier unter der Rasenfläche noch die Fundamentreste des Denkmals zu Ehren von Kaiser Friedrich III. durch das Gras erkennen.
Das Reiterdenkmal wurde im Oktober 1903 vom Kronprinzen Friedrich Wilhelm eingeweiht. Gestalterisch stellte es den Abschluss der Ringe dar. Die Rheinuferstraße war bereits 1892 in Kaiser-Friedrich-Ufer umbenannt worden. Namensgeber Friedrich III. regierte, bereits schwer erkrankt, nur 99 Tage vom 29. März bis zu seinem Tod am 15. Juni 1888.
Das Denkmal öffnete sich hufeisenförmig zum Rhein. Die kopfhohe Umrandung endete rheinseitig in zwei Brunnenbecken. Das Plateau um den Sockel des Reiterstandbilds war über eine gebogene Treppe zu erreichen. Die Anlage wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt. Die Überreste wurden nach dem Krieg abgetragen, da an dieser Stelle die Rampe zur Übergangsbrücke begann, die nach dem US-amerikanischen General George S. Patton benannt wurde.
Wir verlassen den Park, um bis zum Rheinufer zu gehen und uns die Bastei zu anzusehen.
Die Bastei ist ein 1924 errichtetes Bauwerk im expressionistischen Stil. Formprägend sind das gezackte Dach und der ungewöhnlich große Überbau, der acht Meter über die Grundfläche auskragt.
Mit dem von Beginn an als Restaurant geplanten Gebäude gelang dem in Köln vor allem durch seinen Opernbau bekannten Architekten Wilhelm Riphahn stilistisch und beruflich der Durchbruch. Während die Kölner*innen die Entstehung noch skeptisch betrachteten, waren sie nach der Fertigstellung von der neuen Architektur begeistert.
Im Krieg schwer beschädigt, wurde die Bastei 1958 durch Riphahn selbst in den Zustand von 1927 versetzt. Lange Jahre diente das Gebäude dann als Aussichtsrestaurant für bis zu 200 Gäste, zeitweise war die Küche mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. 1985 musste das Bauwerk erstmals grundlegend saniert werden. Wegen baulicher Mängel wurde der Betrieb im März 2019 endgültig eingestellt.
Wir bleiben noch kurz an dieser Stelle, denn hier vor der Bastei war auch die Einfahrt zum Kölner Sicherheitshafen.
An der Stelle, an der sich heute die Bastei befindet, lag bis in die 1880er Jahre die Hafeneinfahrt des Kölner Sicherheitshafens.
Um die Rheinschiffe bei Hochwasser und starkem Eisgang in Sicherheit zu bringen, hatte man 1786 mit der Planung eines Schutzhafens begonnen. Ein Dekret Kaiser Napoleons aus dem Jahr 1811 brachte das Vorhaben voran, sodass zwei Jahre später die ersten Schiffe hier Zuflucht finden konnten. Doch der Hafen blieb ein Provisorium und überschritt die veranschlagten Kosten – vollendet wurde er erst 1829, also 43 Jahre nach Planungsbeginn. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass die Anlage nicht mehr zeitgemäß war und auch den neuen Anforderungen nicht entsprach. Die angelegte Tiefe des Beckens war für die modernen Dampfschiffe völlig ungeeignet, sodass nur kleinere Segelschiffe und Boote dort überwinterten – sofern sie die waghalsige Passage durch die viel zu enge Einfahrt gemeistert hatten. Immer weniger Rheinschiffer nutzten daher den Schutzhafen, der nach und nach versandete, zu einem Tümpel wurde und im Zuge der Stadterweiterung zugeschüttet wurde.
Von der Bastei aus kehren wir wieder in den Park zurück und folgen dem südlichen Parkweg Richtung Weiher. Auf Höhe der Clever Straße überqueren wir den Theodor-Heuss-Ring und gelangen so zur ehemaligen Kaiser-Apotheke.
Über der Tür zum Ladenlokal des 1899 errichteten Gebäudes im Stil der Gründerzeit ist ein Medaillon mit einer Kaiserbüste angebracht. Vermutlich stellt sie Friedrich III. dar und diente einst der Beschilderung der hier ansässigen Kaiser-Apotheke. Die historische Ladeneinrichtung ist noch in Teilen erhalten.
Der Hauseingang am Theodor-Heuss-Ring 20, ein weiteres Architekturdenkmal, ist nur wenige Meter entfernt.
Das Gebäude aus den Jahren 1897/98 beeindruckt durch seine Rotsandstein-Fassade. Die Pracht der wenigen Häuser aus der Gründerzeit, die erhaltenen geblieben sind, lässt das einstige Erscheinungsbild des Theodor-Heuss-Rings erahnen.
Wir folgen dem Theodor-Heuss-Ring und überqueren ihn nach rechts in Richtung Ebertplatz.
Der Ebertplatz verbindet als größter Platz der innerstädtischen Ringstraßen den Hansaring mit dem Theodor-Heuss-Ring. Er zeigt sich heute in der Mitte der 1970er Jahre angelegten Form. Seit dieser Zeit führt die Nord-Süd-Fahrt am Platz entlang und sorgt für eine mehrspurige Trennung zwischen den beiden Ringabschnitten.
Im Gegensatz zur ursprünglichen Gestalt als geräumiges Oval mit umlaufenden Straßen teilt sich der heutige Platz in mehrere Ebenen auf. Einige Bereiche des Platzes wurden dabei unter Straßenniveau abgesenkt und sind nur über Treppen, Rolltreppen oder Rampen erreichbar. Ladenlokale und Abgänge zur U-Bahn ergänzen das teilweise unterirdische Ensemble.
In seiner Art ist der heutige Ebertplatz ein typisches Beispiel brutalistischer Stadtarchitektur. Probleme als Kriminalitätshotspot führen dazu, dass die Anlage keinen guten Ruf bei den Anwohner*innen hat. Eine Bürgerinitiative kümmert sich seit Jahren um den Erhalt und die Belebung des Platzes.
Nachdem wir die Haltestelle Ebertplatz passiert haben, können wir rechts den Weg zurück in den Park nehmen. Dabei sollten wir nicht vergessen, einen Blick auf den links von uns in die Höhe ragenden Ringturm zu werfen.
Der Ringturm, der als sechsthöchstes Gebäude in Köln den Stadtteil optisch markiert, wurde 1973 im Auftrag des Versicherungskonzerns Gerling gebaut. Dieser wünschte sich ein repräsentatives und weithin sichtbares Wahrzeichen. Da das Hochhaus an den Kölner Ringen liegt, wurde es entsprechend benannt.
Der 109 Meter hohe Turm wurde in Stahlbetonbauweise errichtete und ist mit einer Vorhangfassade aus Beton verkleidet. Das Gebäude besitzt eine charakteristische geometrische Struktur, die Grundrissform ist ein Siebeneck. Auf seinen 26 Etagen bietet das Hochhaus eine Gesamtfläche von 6.507 Quadratmetern. Seit der Umnutzung befinden sich im Turm 89 Wohnungen, die aber teilweise weiterhin gewerblich genutzt werden.
Wir gehen an der nördlichen Parkseite weiter bis kurz hinter das Pumpenhäuschen. Von hier aus sehen wir auf der anderen Seite des Theodor-Heuss-Rings die Villa Bestgen.
Die von 1903 bis 1904 von den Architekten Gottfried Wehling und Alois Ludwig erbaute Villa zählt zu den eindrucksvollsten Beispielen der Jugendstilarchitektur in Köln.
Ein über zwei Etagen reichender Rundbogen dominiert die Straßenfassade des Gebäudes, während ein halbrunder Vorbau im Erdgeschoss über den Sockel aus großen Naturquadern hinausragt. Das Sockelgeschoss ist aus gelblich-grauem Sandstein gearbeitet, die Fassade darüber ist verputzt. Die Eisenteile wurden blau gestrichen, die Teile in Holz weiß. Die Säulen am Portal erhielten ein farbiges Glasmosaik. Aufgrund ihrer Farbgebung galt die Villa als Beispiel des „modernen Villenbaus in Deutschland“, bei dem die „zunehmende Farbenfreudigkeit“ charakteristisch war (Zitate aus Peter Haiko: Die Architektur des 20. Jahrhunderts – Zeitschrift für moderne Baukunst).
Hier endet der Spaziergang, mit einem abschließenden Blick auf den Theodor-Heuss-Weiher.
Bitte eigenen Müll entsorgen
Hunde bitte anleinen
Tiere füttern verboten
Schwimmen verboten
Eisfläche betreten verboten
Im Stadtgebiet von Köln gibt es 15 Parkweiher, die alle von den StEB Köln betreut werden:
Für Fragen oder Hinweise zu den Kölner Parkweihern erreichen Sie uns montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr unter der Telefonnummer
oder unter parkweiher@steb-koeln.de
Wenn Sie verletzte Wasservögel entdecken, dann rufen Sie über den Notruf 112 die Tierrettung der Feuerwehr Köln.
