Die Kölner Parkweiher
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Die Kölner Parkweiher

Spaziergang rund um den Mülheimer Stadtgartenweiher

40 min

Stele

Wir gehen den schmalen Weg hinab bis zum Weiher, wo unser Spaziergang beginnt.

Weiher

Mit einer Fläche von 0,2 Hektar und einer maximalen Wassertiefe von 80 Zenitmetern gehört der Mülheimer Stadtgartenweiher zu den kleineren der Kölner Parkweiher. Dennoch sind seine Proportionen in der 1928 von Theodor Nussbaum auf Basis der Vorlagen von Gartenarchitekten Josef Vincentz weitergestalteten Parkanlage gut eingesetzt und geben dem Park einen Ruhepol und Mittelpunkt. Rund um den Weiher gibt es Wiesenflächen, die zum Sonnenbaden oder Spielen  einladen – eine Idee, den schon Gartenarchitekt Fritz Encke mit seinen „Volksgärten“ verfolgte.

2020 sanierten die StEB Köln die ausgespülten Randbereiche der Versickerungszone. Diese wurden eingefasst, mit Kiessubstrat versehen und mit Xylit-Walzen verbaut sowie bepflanzt. Xylit ist ein holzartiger, widerstandsfähiger Faserstoff, der Nähr- und Schadstoffe aus dem Wasser an sich bindet. Durch den Einsatz wird der Nährstoffgehalt und somit das Algenwachstum im Weiher auf natürliche Weise reduziert. Aufgrund seiner Beschaffenheit hat Xylit eine große Oberfläche und bietet somit gute Voraussetzungen für die Ansiedlung von Mikroorganismen.

Wir umrunden den Weiher südlich und nehmen den Weg quer durch den Park bis zum ehemaligen Rosengarten.

Ehemaliger Rosengarten

Der dreigliedrig angelegte Rosengarten erstreckte sich am Südende des Gartens, beginnend an der Ecke Charlierstraße, parallel zur Lasallestraße über die gesamte Gartenbreite. Die ursprünglichen Beete sind heute lediglich als Rasenflächen erkennbar. Zentral im Ziergarten befand sich ein Seerosenbecken. Das mittlere, größere Karree war von Zierapfelbäumen gesäumt. Heute findet man hier einen Bouleplatz.

Wir verlassen den Rosengarten und folgen dem Randweg des Parks zum Märchenbrunnen.

Wer möchte, kann von hier einen Abstecher zum Et Kapellche machen. Dazu verlassen wir hier den Park auf der Sonderburger Straße, überqueren die Graf-Adolf-Straße und biegen in die Holsteinstraße ein. Die Kapelle befindet sich auf der linken Seite.

Et Kapellche, Holsteinstraße 1

Im Jahr 2014 rief die kleine Glocke der Kapelle an der Holsteinstraße in Köln-Mülheim ein letztes Mal zum Gottesdienst. Das sakrale Backsteingebäude gehörte zu einer 1967 errichteten Klosteranlage der Redemptoristen, einer kleinen katholischen Ordensgemeinschaft, die damals ihr Domizil auf dem Grundstück direkt neben dem katholischen Friedhof hatte. Doch weil die Ordensgemeinschaft Nachwuchsprobleme hatte – zuletzt lebten hier acht Redemptoristenpatres – wurde beschlossen, die Anlage in Köln-Mülheim aufzugeben. 

Nach der Renovierung im Jahr 2018 erstrahlt das von der Nachbarschaft liebevoll „Et Kapellche“ genannte Gebäude im neuen Glanz. Es dient heute als Veedelstreffpunkt und Begegnungsstätte sowie als Raum für Friedensgebete, Lesungen und andere Veranstaltungen.

Wir gehen wieder zurück in den Park, zum Märchenbrunnen.

Märchenbrunnen

Der Märchen- oder Tierbrunnen ist ein Werk des Kölner Bildhauers Wilhelm Albermann (1835–1913). Der ca. vier Meter hohe Brunnen wurde 1914 nach den Plänen des Bildhauers aus Sandstein gefertigt. Das achteckige Becken hat einen breit skulptierten Rand. Aus diesem erhebt sich eine mit floralen Ornamenten und Fratzenköpfen dekorierte Schale, aus der wiederum ein hoher Brunnenstock ragt, der als Podest für eine Figurengruppe aus Bronze dient. Drei nackte Knaben spielen mit dem Wasser, das aus einer Muschel in die erhobene Hand eines der Kinder fließt.

Ebenso aus Bronze waren vier Tierfiguren im Brunnenbecken: ein Seehund, eine Schildkröte, eine Eidechse und ein Fischotter. Während der Renovierung des Brunnens 2023 wurden diese aus einem Lagercontainer gestohlen, weshalb heute nur noch die leeren Steinpodeste zu sehen sind.

Weiter geht es auf dem Parkweg zum nahe gelegenen Jan-Wellem-Denkmal.

Jan Wellem Denkmal

Im nördlichen Parkteil am Kopf der Fürstenbergstraße erinnert ein Denkmal an Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz (1658–1716), der auch Jan Wellem genannt wurde. Das über vier Meter hohe Standbild des bei den Bewohner*innen Mülheims wegen seiner Volksnähe beliebten Adeligen ist aus Bronze. Der Bildhauer Eduard Schmitz zeigt den Kurfürsten in Jagdkleidung mit Stiefeln, Gewehr und Dreispitz.

1914 wurde das von der Textilfabrikantenfamilie Andreae gestiftete Denkmal feierlich enthüllt. Es stand allerdings zunächst auf dem heutigen Wiener Platz und wurde erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs an seinen aktuellen Standort auf dem barockisierten Sockel im Mülheimer Stadtgarten versetzt.

Wir wenden uns nach rechts und verlassen den Park auf dem Weg unter den Bäumen um zum Haupteingang der Stadthalle Köln zu gelangen.

Stadthalle Köln

Die Stadthalle Köln (ehemals Mülheimer Stadthalle) ist ein Veranstaltungsort, der vor allem für Konzerte, Karnevalssitzungen und kleinere Messen genutzt wird. 

Die Halle wurde 1963 erbaut, in der Innenarchitektur und der Ausstattung lebt heute noch das Ambiente dieser Zeit weiter. Welchen Stellenwert dieser Veranstaltungsort einst hatte, verraten die Namen der Bands, die hier unter vielen auftraten: BAP, Blue Öyster Cult, Depeche Mode, Whitesnake, King Crimson, Metallica, The Cure oder Judas Priest.

Traurige Bekanntheit erlangte die Halle, als am 25. April 1990 hier ein Attentat auf den damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Oskar Lafontaine verübt wurde.  Eine Frau griff Lafontaine auf einer Wahlkampfveranstaltung an und verletzte ihn mit einem Messer am Hals. Obwohl er viel Blut verlor, überlebte Lafontaine das Attentat.

Wir wenden der Stadthalle den Rücken zu und sehen das imposante Bull-Hochhaus am Wiener Platz.

Bull-Hochhaus / Wiener Platz

Eines der frühesten Kölner Hochhäuser entstand zwischen 1959 und 1960 hier am Wiener Platz: das sogenannte „Bull-Hochhaus“, dessen Form heute noch die Mülheimer Stadtsilhouette prägt. Für Liebhaber*innen der Nachkriegsarchitektur ist der 16-geschossige Koloss immer noch eines der spannendsten Gebäude in ganz Köln.

Das Hochhaus wurde von der französischen Elektronikfirma Bull in Auftrag gegeben, die hier ihre Deutschland-Zentrale hatte und deren Schriftzug lange an der Fassade prangte. Entworfen wurde das Gebäude von Karl Hell, einem innovativen Architekten der 1950er Jahre, der in Köln u.a. für den IHK-Bau am Börsenplatz und die Feierabendhalle in Hürth-Knapsack verantwortlich war.

In den 1990er Jahren wurde dem Hochhaus das neue Bezirksrathaus vorgesetzt. Vom Wiener Platz aus gesehen wird dadurch die Sockelarchitektur komplett verdeckt, was von Experten als städtebaulich problematisch angesehen wird.

Wir gehen wieder zurück in den Park zu unserer vorletzten Station, dem Mahnmal gegen alle Gewalt.

Mahnmal gegen alle Gewalt

Seit 1984 steht am Parkeingang an der Jan-Wellem-Straße ein eigenwilliges Kunstwerk. Es besteht aus einer Gruppe teils mächtiger Natursteinblöcke, die jeweils mit einer Mahnung gegen alle Arten der Gewalt beschriftet sind.

Wir gehen den Weg weiter nach rechts zur Infostele, die von hier aus bereits zu sehen ist. Rechts von uns erstreckt sich der Palmengarten über die gesamte Parkseite der Stadthalle.

Palmengarten an der Stadthalle

Der Biergarten „Palmengarten“ erstreckt sich über die gesamte Länge der Stadthalle in Richtung Park . Von allen Plätzen hat man hier Blick auf Weiher, Stadtpark oder Spielplatz. In der Gastronomie wird die süddeutsche Biergartenkultur gepflegt und mitgebrachte Speisen dürfen verzehrt werden. Kinder können hier geschützt vor dem Straßenverkehr spielen und manchmal gibt es Live-Musik und andere Veranstaltungen.

Wer nicht gleich einkehren möchte, geht zurück zur Infostele, wo wir noch Informationen über das Teehaus geben, das früher an dieser Stelle stand.

Ehemaliges Teehaus

Der zum Park hin offene Pavillon wurde nach Plänen des Kölner Architekten Emil Rudolf Mewes errichtet und Anfang Mai 1914 der Öffentlichkeit übergeben. Wohlhabende Mülheimer Bürger stifteten den Bau des Teehauses, das später Teil des erweiterten Parks wurde. Bei schlechtem Wetter konnten sich die Stadtgarten-Besucher*innen hier unterstellen, und für Mütter mit kleinen Kindern gab es einen Milchverkauf. Trotzdem etablierte sich der Name Teehaus für das Gebäude, das mit einer vorgelagerten Brunnenanlage geschmückt war. Das Teehaus im Stadtgarten wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört; an seiner Stelle wurde die heutige Stadthalle gebaut.

Mit diesem Blick in die Vergangenheit endet der Spaziergang rund um den Mülheimer Stadtgartenweiher.

Die App für Ihren Parkweiher-Besuch

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Biergarten am Mülheimer Stadtgartenweiher

Palmengarten

Jan-Wellem-Straße 2

51065 Köln

Telefon: 0152 28347927

Öffnungszeiten und Angebot: palmengarten.koeln